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Bericht zur DHB-Sichtung – Jahrgang 2010 männlich in Naumburg

Am vergangenen Freitag reiste die sächsische Landesauswahl des Jahrgangs 2010 zur DHB-Sichtung nach Naumburg an. Nach dem Bezug der Unterkunft im Euroville und einer kurzen organisatorischen Einweisung begann der sportliche Teil des Wochenendes. Zum Auftakt standen die sportmotorischen Tests auf dem Programm. In den Disziplinen 20m-Sprint, Ballfluggeschwindigkeit, Standweitsprung, Counter Movement Jump, Turnen und Krafttrainingskompetenz bestätigten die Spieler ihre bisherigen Leistungswerte und konnten sich in einigen Bereichen sichtbar verbessern. Dies zeigte, dass der Jahrgang in seiner athletischen Grundausbildung auf einem stabilen Entwicklungsweg ist.

 

Im Anschluss folgten die Grundspielformen 4:4 und 6:5. Im 4:4 präsentierte sich unsere Mannschaft grundsätzlich mit einer klaren und strukturierten Spielanlage. Die Offensivaktionen führten zu aussichtsreichen Abschlussmöglichkeiten. Allerdings verhinderte eine unzureichende Chancenverwertung, dass wir diese Vorteile konsequent in Tore umsetzen konnten. So endeten die Spiele gegen den HVSA und den HVMV unentschieden, während wir gegen den HVB und den THV jeweils knappe Niederlagen akzeptieren mussten.

 

Im anschließenden 6:5 zeigte sich ein anderes Bild. Hier fehlte uns in beiden Partien sowohl die Körpersprache als auch die Laufbereitschaft in der Abwehr. Zudem führten technische Fehler im Angriff und ein fortdauernd ineffizienter Torabschluss zu zwei deutlichen Niederlagen. Der Freitag zeigte somit klar auf, wo wir im weiteren Verlauf des Wochenendes ansetzen mussten.

 

Am Abend wurde die Situation im Team offen angesprochen. In den Bereichen Fokussierung, Körpersprache und mentaler Präsenz bestand deutlicher Entwicklungsbedarf. Die Mannschaft nahm diese Rückmeldung sehr gut an. Bereits am nächsten Morgen wirkten die Spieler in Auftreten, Kommunikation und Zusammenspiel sicht- und spürbar gefestigter. Es entstand ein klareres gemeinsames Verständnis dafür, wie wir als Team auftreten wollen.

 

Der Samstagvormittag wurde zur Durchführung der DHB-Grundübungen genutzt, die wir gemeinsam mit dem Thüringer Handballverband absolvierten. Die Jungs arbeiteten konzentriert, setzten technische und taktische Hinweise gut um und zeigten hierbei eine deutliche Steigerung in Präsenz und Klarheit. Am Nachmittag folgten die Turnierspiele. 

 

Gegen den HV Berlin hielten wir das körperlich und spielerisch druckvolle Angriffsspiel des Gegners über große Teile sehr gut in Schach. In der 3:2:1-Abwehr verteidigten wir aktiv, halfen konsequent und zeigten eine geschlossene Mannschaftsleistung (5:6). Allerdings verhinderten erneut eine zu geringe Effizienz im Torabschluss sowie drei einfache Ballverluste in der Schlussphase der 2. Hälfte ein engeres Ergebnis (4:8). Das Tempospiel ging ebenfalls knapp verloren (5:6), jedoch war im Gesamtauftritt eine klare Weiterentwicklung im Vergleich zum Vortag sichtbar.

 

Im anschließenden Spiel gegen den HVMV übernahmen wir von Beginn an die Initiative und gaben die Führung in keiner Phase mehr aus der Hand. Besonders im 1:1-Verhalten und im Helferverhalten zeigte das Team eine hohe Konsequenz. Aus gewonnenen Bällen konnten wir mehrfach erfolgreich ins Tempospiel übergehen. Lediglich das abschließende Tempospiel entschied der Gegner knapp für sich. Durch diesen Auftritt sicherten wir uns am Samstag den zweiten Platz in unserer Gruppe.

 

Für den Sonntag entschieden sich die Auswahltrainer der Landesverbände gemeinsam für die Durchführung eines Platzierungsspiel pro Rang. Wir traten gegen den HV Brandenburg an, der in seiner Vorrundengruppe den Gruppensieg gegen den HVSA knapp verpasst hatte. Das Spiel verlief über beide Halbzeiten hinweg ausgeglichen (12:11 und 12:13). Allerdings ermöglichten wir Brandenburg zu viele einfache Treffer nach Abprallern. Zudem gelang es uns nicht, eine 12:10-Führung aus den letzten Minuten der regulären Spielzeit über die Ziellinie zu bringen. Diese fehlende Konsequenz im Schlussteil bleibt als wichtiger Lernpunkt stehen. Umso bemerkenswerter war die Reaktion der Mannschaft im abschließenden Tempospiel, das wir wenige Sekunden vor Schluss für uns entscheiden konnten (6:5).

Damit beendet Sachsen die Sichtung auf einem verdienten dritten Platz.

 

Fazit:

Das Wochenende in Naumburg zeigte den Entwicklungsstand der sächsischen Auswahl klar auf. Athletisch befindet sich das Team auf einem guten Weg. Handballerisch verfügt es über eine stabile Grundstruktur, die jedoch stark davon abhängt, wie konsequent Abschlussqualität, Entscheidungsverhalten und eine positive Körpersprache umgesetzt werden. Besonders erfreulich war die deutliche mentale und gruppendynamische Entwicklung zwischen Freitag und den folgenden Tagen. Die Mannschaft zeigte, dass sie auf Rückmeldungen reagiert, Verantwortung übernimmt und in der Lage ist, sich innerhalb kurzer Zeit weiterzuentwickeln.

Die hierbei gewonnenen Erkenntnisse dienen als wertvolle Grundlage für den weiteren Ausbildungsprozess des Jahrgangs. (ES)

 

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Veröffentlichung

Mo, 27. Oktober 2025

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