Die Sichtung zur Beach-Nationalmannschaft

Die Beach-Championships stellen den Höhepunkt der Beach-Landesauswahl dar. Im "Blue-Beach" in Witten (bei Dortmund) treffen sich die Landesauswahlmannschaften aus ganz Deutschland um vor den Augen der DHB-Beach-Trainer/innen im Sand zu performen.
Über drei Tage werden die Jungs und Mädchen dabei voll gefordert - wobei auch immer der Spaß und die Freude am Beach im Vordergrund steht. Die Stimmung in Witten ist immer freundschaftlich und begeistert einfach Jeden!
Im Jahr 2026 konnte der Handball-Verband Sachsen erstmalig eine Medaille erreichen. Die Jungs des Jahrgangs 2010/2011 gewannen sensationell die Silbermedaille bei einer starken Konkurrenz. Zudem wurde Toni Sonntag als bester Torhüter des Turnieres ausgezeichnet. Einen ausführlichen Bericht findet ihr unten auf der Seite.

Ablauf der DHB-Beach Champion Ships (25. - 27.05.2027)
Montag
Anreise und Eröffnung
Leistungsdiagnostik im Sand
Training im Landesverband
Dienstag
Sichtungsmodule/Training bei den DHB-Trainern/innen
Turnierspiele
Mittwoch
Sichtungsmodule/Training bei den DHB-Trainern/innen
Turnierspiele
Siegerehrung und Abreise

Bericht: Silber im Sand: Sachsen feiert erste Medaille im Beachhandball
Was der Deutschland-Cup für den Hallenhandball ist, sind die DHB Beach Championships für den Sand: die große Bühne für die besten Landesauswahlteams Deutschlands. Vom 25. bis 27. Mai traf sich der Nachwuchs im Blue Beach in Witten – und Sachsen reiste nicht nur mit Ehrgeiz, sondern auch mit einer gehörigen Portion Mut an.
Schon am frühen Montagmorgen machten sich zehn Mädchen und zehn Jungen auf den Weg, um die sächsischen Farben in Witten zu vertreten. Die Voraussetzungen waren alles andere als ideal: Nach Saisonende ließen sich gemeinsame Trainingseinheiten mit allen Spielerinnen und Spielern kaum organisieren. Für die Trainer Frank Knape und Andreas Deutrich bedeutete das vor allem eines – improvisieren. Für viele im Team hieß es deshalb ganz direkt: Learning by Doing.
Nach rund fünf Stunden Fahrt erreichte die sächsische Delegation die beeindruckende Beachanlage in Witten. Große Indoor-Flächen, dazu Courts unter freiem Himmel – die Kulisse stimmte sofort auf drei intensive Tage ein. Doch bevor es sportlich ernst wurde, standen zunächst Testabnahmen an. In den Disziplinen Sprint, Sprung und Wurf wollte jede und jeder zeigen, was in ihnen steckt.
Anschließend bezog das Team Quartier in der Villa Froschloch – und schon am ersten Abend war spürbar, dass hier etwas zusammenwuchs. Die Stimmung war gelöst, der Zusammenhalt groß. Genau dieses Miteinander sollte sich im weiteren Turnierverlauf noch als einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren erweisen.
Der Dienstag begann mit einer Trainingseinheit unter Anleitung der DHB-Beachtrainer. Im Fokus stand vor allem der spektakuläre „Spin Shot“, der Wurf mit 360-Grad-Drehung – im Beachhandball oft spielentscheidend. Ab Mittag wurde es ernst: Das Turnier startete. Vor allem auf den Outdoor-Feldern gingen die Partien an die Substanz. Bei Sonnenschein und mehr als 30 Grad Celsius war voller Einsatz gefragt – echtes Beachhandball-Wetter, aber auch eine enorme Belastungsprobe.
Die Mädchen starteten in drei Dreiergruppen ins Turnier und sicherten sich dort Rang zwei – verbunden mit dem Einzug in die Hauptrunde. Schon in dieser Phase war zu sehen, wie schnell sich das Team entwickelte. Besonders gegen den späteren Turniersieger aus Schleswig-Holstein lieferten die Sächsinnen in der Hauptrunde eine beeindruckende Partie ab. Sie spielten mutig, diszipliniert und jederzeit auf Augenhöhe. Selbst in Druckmomenten, etwa im Shout-out, bewiesen sie starke Nerven, mussten sich am Ende aber knapp geschlagen geben.
Team Sachsen überzeugten über das gesamte Turnier hinweg mit Leidenschaft, Spielfreude und bemerkenswerter Entwicklung. Siege gelangen sowohl in zwei Sätzen als auch im Shout-out – ein Beleg dafür, wie variabel und nervenstark das Team inzwischen auftrat. Im Vergleich zum Vorjahr war die Steigerung unübersehbar. Auch die DHB-Trainer wurden aufmerksam, mehrere Namen blieben in Erinnerung. Am Ende stand ein starker sechster Platz – ein Ergebnis, auf das das Team mit Recht stolz sein kann.
Die Jungs gingen ohne großen Druck in ihr Turnier – auch deshalb, weil viele von ihnen in diesen Tagen zum ersten Mal überhaupt einen Beachhandball in der Hand hielten. Das Ziel war klar: von Spiel zu Spiel lernen, wachsen und mutiger werden. Genau das gelang. In der Vierer-Vorrundengruppe sprang ein Sieg gegen Nordrhein heraus, der am Ende Platz drei bedeutete – und vor allem Lust auf mehr machte.
Im Viertelfinale wartete mit Schleswig-Holstein einer der Favoriten auf den Titel – doch genau dort begann der sächsische Lauf so richtig. Mit sehenswerten Aktionen, wachsendem Selbstvertrauen und großem Kampfgeist überraschte das Team den Gegner und zog ins Halbfinale ein. Dort wartete mit Niedersachsen/Bremen der nächste Brocken. In der Vorrunde hatte Sachsen gegen diesen Gegner noch deutlich mit 0:2 verloren. Diesmal sollte es ganz anders kommen.
Zunächst deutete vieles auf einen ähnlichen Verlauf hin: Der HVNB entschied den ersten Satz klar für sich. Doch dann zeigte TEAM Sachsen, was in ihm steckt. In den zweiten zehn Minuten drehte die Mannschaft auf, gewann die Hälfte deutlich und erzwang den Shout-out. Dort wuchs Torhüter Toni Sonntag über sich hinaus: Vier von fünf Versuchen parierte er und wurde so zum Matchwinner. Für seine überragende Leistung wurde er völlig verdient ins All-Star-Team berufen.
Der Jubel nach dem Halbfinalsieg kannte keine Grenzen – mit dem Finaleinzug war auch die erste Medaille für Sachsen bereits sicher. Im Endspiel erwies sich Baden-Württemberg als zu stark, doch das änderte nichts an der Begeisterung. Die Silbermedaille fühlte sich an wie ein Triumph. Dieses Team hatte mehr erreicht, als es sich vor dem Turnier selbst zu träumen gewagt hatte.
Für den noch jungen sächsischen Beachhandball ist diese erste Medaille weit mehr als nur ein starkes Ergebnis. Sie ist ein Signal – dafür, welches Potenzial in dieser Sportart steckt und wie schnell sich Einsatz, Mut und Teamgeist auszahlen können. Dass ein Team mit vergleichsweise wenig Beach-Erfahrung am Ende zur zweitbesten Mannschaft Deutschlands wird, ist ein starkes Zeichen. Vielleicht ist genau das auch die schönste Botschaft dieser Tage von Witten: Wer den Schritt in den Sand wagt, kann Großes erleben. Im kommenden Jahr sind dann die Jahrgänge 2012 und 2013 an der Reihe – ein neues TEAM Sachsen steht schon in den Startlöchern. Wer sich zur Sichtung für die neue Beach-Landesauswahl vorstellen möchte kann dies über diesen Link anmelden: Anmeldung Beach Sichtung
Ein besonderer Dank gilt allen, die das HVS-Team an diesen drei Tagen begleitet, unterstützt und mitgetragen haben. Ihr Anteil an den starken Platzierungen beider Mannschaften ist nicht hoch genug einzuschätzen.
Für die Mädchen waren im Einsatz:
Sofia Palma, Merle Sprenger, Charlotte Kretzschmar (alle VfB Torgau), Maila-Elin Ach (HV Chemnitz), Noura Abbou (VfL Meißen), Magdalena Becker, Lotta Punte (beide MSV Dresden), Paula Liebe, Mia Winkelmann (beide HC Leipzig), Nelly Metzner (BSV Sachsen Zwickau)
Für die Jungs waren im Einsatz:
Liam Deutrich (VfB Torgau), Albert Scharfe, Christoph Arnold (beide HSV Dresden), Janne Dörner (SG Pirna-Heidenau), Franz Hamperl, Karl Viehmann, Oscar Högl, Toni Sonntag, Constantin Bube, Kajus Kairis (alle SC DHfK Leipzig)
Als Trainer/Betreuer waren im Einsatz:
Frank Knape, Andreas Deutrich, Conni Böhme









